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3.1.4 Die zehn goldenen Regeln

Um die häufigsten Fehler bei der Entwicklung eines WAP-Services zu vermeiden, wurden folgende einfache Regeln zusammengetragen.

  1. Alle Tags werden im WML-Code klein geschrieben.
  2. Alle Tags müssen geöffnet und geschlossen werden (z.B. <p> Text </p>). Ist ein Tag alleinstehend, so muss ein Slash als Abschluss hinzugefügt werden (z.B. <br/>).
  3. Die WML-Browser reagieren im Allgemeinen sensibel auf Fehler. Deshalb sollte sehr sorgfältig programmiert werden.
  4. Jede Seite sollte vor einer Veröffentlichung auf so vielen WAP-Geräten wie möglich getestet werden. Jedes WAP-Gerät hat seine Besonderheiten und interpretiert den WML-Standard meist anders. Einige Geräte unterstützen manche Befehle auch gar nicht (z.B. Tabellen).
  5. WML kennt keine Umlaute und Sonderzeichen. Diese müssen in Unicode im WML-Quelltext stehen. In unserem Beispiel wurde eine Funktion in PHP geschrieben, die dies automatisch erledigt. Im Abschnitt A.2 auf Seite [*] steht der Quellcode. Eine Erklärung steht auf Seite [*].
  6. Jedes Handy besitzt einen Cache um Seiten zwischenzuspeichern. Manche Handys halten so Seiten bis zu 30 Tage im Speicher und überprüfen bei einem erneuten Aufruf nicht auf aktualisierte Daten auf dem Webserver. Für aktuelle Informationen ist dies nicht tragbar. Deshalb sollte immer der Cache auf die Erfordernisse der Anwendung abgestimmt werden. Zu beachten ist auch, dass jedes Handy unterschiedliche Befehle für das Kontrollieren des Cache hat. Auch hier wurde eine Funktion für unser Beispiel entwickelt, welche bei den meisten WAP-Geräten funktionieren sollte. Siehe Abschnitt A.2 auf Seite [*]. Vergleich auch Seite [*].
  7. Um das Angebot für möglichst viele WAP-Geräte zugänglich zu machen, sollte es so programmiert werden, dass auch noch ältere Geräte mit weniger Funktionalitäten den Programmcode verstehen. Ein Beispiel ist hier das Nokia 7110, welches eines der ersten WAP-Handys war und immer noch sehr verbreitet ist. Es hat sich eingebürgert, dessen Daten als den kleinsten gemeinsamen Nenner bei der Programmierung von WAP-Seiten nicht zu überschreiten. Tabelle 3.2 zeigt die Beispieldaten des Nokia 7110. Eine andere Möglichkeit besteht darin, für jedes einzelne Handy speziell zugeschnittene Seiten zu programmieren. Doch ist dies sehr aufwendig und lohnt sich meistens nicht.

    Table 3.2: Beispieldaten des Nokia 7110
    Ausstattung Daten
    Maximale Größe eines Decks 1397 Bytes
    Maximale Größe eines Bildes 1397 Bytes
    Maximale Auflösung eines Bildes 95 x 45
    Tabellen / Textausrichtung nein
    Zeilen im Display 4 + Titel
    Zeichen/Zeile 19



  8. Wenn in einer URL nur ein Verzeichnis angegeben wird, so muss sie mit einem Schrägstrich beendet werden. Zum Beispiel sollte anstatt http://wap.<adresse>.de immer http://wap.<adresse>.de/ geschrieben werden.
  9. Bei der Entwicklung eines WAP-Services sollten die Beschränkungen eines WAP-Gerätes nie aus den Augen verloren werden. Dies betrifft das kleine Display, die Übertragungsgeschwindigkeit und die kleine Tastatur. Übermitteln Sie per WAP nur das inhaltlich Notwendigste und erwarten Sie keine großen Eingaben von den Benutzern.
  10. Erwarten Sie nie zu viel von einem WAP-Angebot. Der Service wird zwar bei entsprechender Werbung und Anmeldung bei einschlägigen WAP-Suchmaschinen meist angenommen, die Zugriffszahlen auf WML-Seiten sind aber erfahrungsgemäß deutlich geringer als auf Web-Seiten. Allerdings ist der Wert der Informationen für Personen, die unterwegs sind, entsprechend größer.


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2001-06-21 Copyright by Jens Bierkandt, bierkandt@waptune24.de, waptune24.de